Kooperationsprinzip und Konversationsmaximen
In Erinnerung an Paul Grice (1913 – 1988)
Bild: Krogerus/Tschäppeler, Reden, Kein&Aber 2017
Am Todestag des englischen Philosophen Paul Grice möchte ich an seine Konversationsmaximen erinnern. Diese vier aufgestellten Grundsätze sollen laut Grice nicht als moralische Gebote sondern als Regeln rationalen Verhaltens für erfolgreiche Kommunikation betrachtet werden.
Ich bin nicht sicher, ob man bei allen Beteiligten eines Gesprächs vom Kooperationsprinzip von Grice ausgehen kann. Der Sprachphilosoph hält es für die Grundregel des Verstehens und legt es seinen Maximen zugrunde: «Gestalte deinen Gesprächsbeitrag so, dass er dem anerkannten Zweck dient, den du gerade zusammen mit deinen Kommunikationspartnern verfolgst.»
Weil es in der Natur des Menschen liegt, dass er oder sie verstanden werden möchte, macht es durchaus Sinn, dass sich Sprecher*innen und Zuhörer*innen grundsätzlich kooperativ verhalten (wollen). Deshalb sind auch die Grice’schen Konversationsmaximen sinnvoll:
- Maxime der Quantität – Sage genug, damit dich dein Gegenüber versteht, aber nicht mehr als nötig, sonst stiftest du Verwirrung.
- Maxime der Qualität – Sage die Wahrheit, spekuliere nicht, verleite dein Gegenüber nicht dazu, etwas anderes zu glauben.
- Maxime der Relevanz – Sage nichts, was nichts zur Sache tut, wechsle nicht das Thema.
- Maxime des Stils – Vermeide Unklarheit, Mehrdeutigkeit, Weitschweifigkeit, Sprunghaftigkeit, und halte dich an eine logische Abfolge.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bessere Gespräche führen können, wenn wir uns selbst kritisch hinterfragen, bei welcher/n Maxime/n noch Defizite bestehen, die wir mit Bedacht verbessern können.
Dann bleibt für gute Kommunikation nur noch eins zu tun: dem Gegenüber aufmerksam zuhören.
Quelle: Krogerus/Tschäppeler, Reden, Kein&Aber 2017


